Porsche stellt den „911 Cup“ der Generation 992.2 für 2026 vor: Mehr Leistung, intelligentere Systeme, klarere Namensgebung

Nachrichten & Ankündigungen 11. August

11. August 2025 – Porsche hat die nächste Generation des 911 Cup offiziell vorgestellt – den globalen Markenrennwagen des Unternehmens, der den 911 GT3 Cup ablöst. Die Neuerung umfasst eine Leistungssteigerung, erweiterte Fahrerassistenzsysteme (einschließlich serienmäßigem Renn-ABS) und ein verbessertes Aerodynamikpaket. Das Fahrzeug debütiert ab der Saison 2026 im Porsche Mobil 1 Supercup und ausgewählten Carrera Cup-Serien.

Eine strategische Umbenennung – und warum sie wichtig ist

Porsche vereinfacht seine Nomenklatur im Kundensport: Markenrennwagen tragen nun den einfacheren Namen „911 Cup“, während die Konvention „GT“ + Nummer (z. B. 911 GT3 R) für herstellerübergreifende GT-Kategorien erhalten bleibt. Die Änderung wird zeitgleich mit dem Update 992.2 eingeführt und verdeutlicht die Abfolge vom Cup- zum GT3-Wettbewerb.

Motor, Antrieb und Leistung

Das Herzstück des neuen Modells ist ein 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit ca. 382 kW (520 PS) – 10 PS mehr als beim Vorgänger –, gepaart mit einem sequenziellen Porsche Sechsgang-Klauengetriebe und Hinterradantrieb. Die offiziellen technischen Daten geben maximales Drehmoment bei 470 Nm (6.150 U/min) und maximale U/min bei 8.750 U/min an, bei unveränderten Wartungsintervallen (Motorüberholung nach 100 Stunden). Das Grundgewicht wird mit ca. 1.288 kg angegeben.

Bremsen, ABS/TC und Elektronik

Eine wesentliche Funktionsänderung: Bosch Generation 5 Renn-ABS ist jetzt ab Werk verbaut. Die elektronische Architektur integriert ein Bosch MS 6.6 Steuergerät mit Porsche Motorsport Traction Control (PMTC) sowie einen Drehknopf im Cockpit für die automatische ABS/TC-Einstellung. Zu den neuen Sicherheits- und Betriebsfunktionen gehören ein automatischer Motorneustart nach einem Abwürgen und eine Bremslicht-Blitzfunktion, die nachfolgende Fahrzeuge beim Rennstart warnt.

Kühlung, Bremsen und Lenkung

Porsche hat den zentralen Wasserkühler verlegt, um die Vorderradbremsen mit Luft zu versorgen. Die vorderen Bremsscheiben sind auf 380 x 35 mm (vorher 32 mm) gewachsen, was den Belagkontakt und die Haltbarkeit verbessert. Das Fahrzeug verfügt über breitere Bremskanäle, einen vergrößerten Flüssigkeitsbehälter und Drucksensoren in beiden Kreisläufen. Die Lenkanschläge wurden für einen kleineren Wendekreis überarbeitet, und die elektromechanische Servolenkung erhält eine Rangierfunktion – praktisch für enge Fahrerlager und Straßenkurse.

Aerodynamik und Karosserie

Die Frontlippe ist jetzt dreiteilig, um Reparatur- und Transportkosten zu senken. Kotflügellamellen, Leitschaufeln und ein optimierter Unterboden verbessern das Ansprechverhalten der Vorderachse bei hohen Geschwindigkeiten. Der Schwanenhals-Heckflügel verfügt über eine vereinfachte 13-fach-Verstellschnittstelle, und viele Karosserieteile (Türen, Kofferraumdeckel, Kotflügel) bestehen aus recyceltem Kohlefaservlies mit biobasiertem Epoxidharz – ein Plus an Nachhaltigkeit, das die Ersatzteilpreise stabilisieren kann.

Räder/Reifen und Fahrwerk

Der 911 Cup fährt auf 12,0J×18 (vorne) mit 30/65-18-Reifen und 13,0J×18 (hinten) mit 31/71-18-Reifen. Er verfügt über geschmiedete Aluminium-Querlenker, Gelenklager und verstellbare Stabilisatoren. Das RDKS zeigt jetzt die Reifenlufttemperatur auf dem zentralen Display an.

Cockpit und Bedienung

Ein neu gestaltetes Multifunktionslenkrad vereint wichtige Einstellungen; ein beleuchtetes Touchpanel ermöglicht detaillierte Einstellungen (Boxengassengeschwindigkeit, Abgasmapping, Lenkwinkelrückstellung) ohne Laptop-Anschluss. Zusätzliche Polsterung verbessert den Fahrerschutz; GT3 R-inspirierte Funktionen (wie die Rundenzeitmessung in der Boxengasse und eine Boxenstopp-Funktion mit Pre-Kill-Funktion) wurden auch im Cup-Bereich übernommen. Eine hochpräzise GPS-Antenne ersetzt nun das bisherige Infrarotsystem für Rundenzeit und Position.

Kraftstoff und Nachhaltigkeit

Der Motor läuft mit Super Plus bleifrei bis E20 und ist für FIA-eFuels (Advanced Sustainable) homologiert. Porsche setzt auf eine Mischung mit 79,7 % erneuerbaren Inhaltsstoffen, die im Supercup verwendet wird und den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichem Rennkraftstoff um bis zu 66 % reduziert.

Produktion, Stückzahlen und Preisprognose

Wie bisher werden Cup-Fahrzeuge parallel zu den Serien-Elfer in Zuffenhausen gebaut. Porsche gibt an, dass bisher 1.130 Einheiten des GT3 Cup der auslaufenden 992.1-Generation und insgesamt 5.381 Marken-911-Rennwagen produziert wurden – was die Größe des Programms unterstreicht. Die US-Marktkommunikation und die IMSA geben einen Listenpreis von 269.000 € (zzgl. MwSt.) für das neue Fahrzeug an.

Tests, Rollout und Serieneinführung

Die Entwicklung begann in Weissach mit Streckentests in Monza und auf dem Lausitzring, an denen Werksfahrer wie Bastian Buus, Laurin Heinrich, Klaus Bachler und Marco Seefried teilnahmen. Der 911 Cup startet ab Anfang 2026 im Porsche Mobil 1 Supercup und ausgewählten Carrera Cups, einschließlich des Porsche Carrera Cup Nordamerika. Die Produktion beginnt im Herbst 2025.


Wichtige Spezifikationen (Offizielle technische Daten)

  • Motor: 4,0-l-Sechszylinder-Boxermotor mit Wasserkühlung; ~382 kW (520 PS); 470 Nm bei 6.150 U/min; max. 8.750 U/min; Einzeldrosselklappen; Nockenwellen mit erweiterter Ventilöffnung; Trockensumpf; Bosch MS 6.6-ECU mit PMTC (vorbereitet für Push-to-Pass)
  • Getriebe: Porsche 6-Gang-Schaltgetriebe mit sequentieller Klauenschaltung, Schaltwippen; mechanisches Sperrdifferential; 4-Scheiben-Sinterkupplung
  • Gewicht/Abmessungen: ~1.288 kg; 4.599 mm L / 1.920 mm B (Vorderachse) / 1.902 mm B (Hinterachse) / 2.468 mm WB
  • Bremsen: Bosch Gen-5 Renn-ABS; vorn 380×35 mm belüftete Stahlscheiben, 6-Kolben-Bremssättel; hinten 380×32 mm, 4-Kolben; vergrößerter Bremsflüssigkeitsbehälter, Drucksensoren an beiden Kreisläufen
  • Räder/Reifen: Vorne 12,0J×18 mit 30/65-18; Hinten 13,0J×18 mit 31/71-18; geschmiedete Leichtmetallfelgen mit Zentralverschluss
  • Antrieb: Hinterradantrieb

Kontext: Warum der 911 Cup wichtig ist

Die Cup-Plattform ist das Rückgrat des globalen Porsche-Kundensport-Ökosystems und ein wichtiges Ausbildungsfeld für werksunterstützte Talente. Mit einer klareren Namensgebung, robusterer Elektronik und Details zur Senkung der Betriebskosten (wie der dreiteiligen Lippe und der Karosserie aus Recyclingmaterial) verbessert der 992.2 sowohl die Zugänglichkeit als auch die Leistung – und behält dabei die puristische Anziehungskraft eines hochdrehenden Sechszylinder-Boxermotors mit Saugmotor bei.